Minimalismus – was ist das eigentlich?

Minimalismus – was ist das eigentlich?

22. Mai 2020 1 Von mamalangsam

Zum langsameren Leben gehört für uns der Minimalismus. Ein großes Wort mit vielen Facetten. Wir definieren das für uns folgendermaßen (vorallem die Mama, aber der Papa übt sich auch immer mehr darin ;)):

Wir möchten nur das besitzen, was wir wirklich benutzen, uns Freude bereitet und unserem Leben im hier und jetzt mehr Wert verleiht. Es geht nicht darum, mit nur 100 Gegenständen zu leben, sondern darum, genügend Raum lassen zu können, um sich zu entfalten. Das trifft auf den materiellen Besitz genauso zu, als auf Termine, Beziehungen und sogar unser Glaubensleben. Wenn es euch auch so geht, dass euch zuviel Krempel stresst, ist vielleicht der Minimalismus was für euch. Falls ihr überhaupt kein Problem damit habt und das Chaos liebt, ist das völlig in Ordnung, aber dann würdet ihr hier wahrscheinlich nicht mitlesen ;).

Vergangenheit abschließen – Gegenwart annehmen – Zukunft planen

Wir möchten mit unserer Vergangenheit im Reinen sein und sie hinter uns lassen. Erinnerungen behalten wir im Herzen (oder digital ;)) und versuchen uns von schlechten Erfahrungen, Ungerechtigkeit und Scham zu lösen. Sich von diesbezüglichen Gegenständen der Vergangenheit zu trennen, kann bei diesem Prozess helfen. Wir möchten in der Gegenwart leben und uns auf die Zukunft ausrichten. Wir versuchen nicht irgendwelchen illusorischen Wunschvorstellungen zu unterliegen, die wir in der Vergangenheit hatten, sondern realistisch einzuschätzen wie sich unser Leben entwickelt. Für eine Menge Dinge in unserem Besitz ist somit die Zeit abgelaufen. Zum Beispiel das Instrument, dass wir nie lernen werden, der Ratgeber, der nicht mehr relevant ist in unserem jetzigen Lebensabschnitt oder die alten Tagebücher, in denen wir unser Leid niederschrieben. Wir richten uns in der Gegenwart ein und lassen Raum für die Zukunft.

Minimalismus und Nachhaltigkeit

Minimalismus und Nachhaltigkeit eint der Wunsch nach Konsumverzicht. Wir kaufen weniger, da wir weniger brauchen (minimalistisch), das führt automatisch zu einem nachhaltigeren Lebensstil. Wenn wir allerdings vom Minimalismus her ausgehen, kann es uns auch schwer fallen nachhaltig zu leben. Schmeissen wir den Gegenstand weg (Minimalismus) oder behalten wir ihn (nachhaltig)? Allerdings ist es auch nicht nachhaltig, Dinge für irgendwann einmal zu bunkern. Jemand anderes könnte sie in der Zeit benutzen, anstatt sich das Teil neu zu kaufen. Deshalb verleihen wir gerne Sachen, die wir nicht ständig, aber eben ab und zu brauchen. Ausserdem versuchen wir aussortierte Sachen zu verschenken oder zu verkaufen anstatt sie in den Müll zu werfen.

Praktische Fragen, die beim Ausmisten helfen

Werden wir den Gegenstand in den nächsten 3 Monaten benutzen?

Wollen wir, dass der Gegenstand Teil unseres zukünftigen Lebens ist?

Erweckt dieser Gegenstand Freude in uns (vielleicht auch, weil er uns nützlich dient wie z.B. ein Kühlschrank)?

Oder macht das Teil uns ein schlechtes Gewissen, weil wir viel Geld dafür bezahlt haben?

Youtube-Empfehlung

Joshua Becker – ein amerikanischer Pastor gibt regelmäßig Impulse zum Thema Minimalismus auf seinem Videoblog. Sehr hilfreich und inspirierend wie ich finde. Vorallem ist es schön, mal von einem Christen etwas zu dem Thema zu hören, denn viele Minimalisten sind durch andere Glaubensrichtungen beeinflusst, und teilen das auf ihren Kanälen. Da sollten wir bewusst auswählen, welchen Impuls wir hören wollen. Deshalb hier genau diese Empfehlung an euch: https://www.youtube.com/channel/UCBMKymQczkDxCpE1R2vvA4Q

The Minimal Mom – eine amerikanische Mutter – Dawn – vlogt zu Themen über Minimalismus und Familie. Sonntags gibt`s immer einen geistlichen Impuls zum Thema gemeinsam mit ihrer Schwester. Sehr authentisch und lebensnah, vorallem für uns Mütter: https://www.youtube.com/channel/UCeLICYOqHfIrfSAQq1TT7PA

Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, und nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als Nahrung und der Leib mehr als Kleidung? Seht euch die Raben an: Sie säen nicht und sie ernten nicht und sammeln in keine Scheunen, und Gott ernährt sie doch. Seid ihr nicht besser als die Vögel? Und wer von euch kann durch seine Sorge die Spanne seines Lebens verlängern? Und was sorgt ihr euch um Kleidung? Seht auf die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und sie spinnen nicht. Ich sage euch: Noch nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit war gekleidet wie eine von ihnen. Lukas 12, 22-27