„Verkauf alles was du hast…“ – Ausmisten extrem!

„Verkauf alles was du hast…“ – Ausmisten extrem!

4. September 2020 2 Von mamalangsam

Ihr seht es. Wir misten nochmal so richtig aus. Haben wir eigentlich schon gefühlt 100 mal in den letzten Jahren, aber unser Dachboden war immer noch voll. Und wir haben einen schönen Dachboden. Ein wunderbares Spielparadies. Viel zu schade um ihn als Stauraum zu nutzen. Aber über die Jahre hat sich da so einiges angesammelt. Alles was die Kinder nicht mehr brauchten und Sonstiges, von dem wir uns nicht trennen konnten. Aber was ist uns wichtiger? Sachen für irgendwann einmal (falls überhaupt jemals) aufbehalten oder lieber weitergeben, an Menschen die es jetzt benutzen und sich dafür keine Sachen neu kaufen müssen? Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Es war viel Arbeit und kostete bei Erinnerungsstücken teils Überwindung, aber jetzt wo sich der Raum allmählich leert, breitet sich ein Gefühl der Erleichterung aus. Alles steht nun im Erdgeschoss und verlässt Tag für Tag unser Haus. Wir sehen nun erstmal was wir an „neuer“ Fläche haben und das motiviert uns weiterzumachen. Wir schenken uns so selber neuen Gestaltungsspielraum und das macht Freude. Beobachtet mal eure Kinder, was sie nach einer Aufräumaktion in einem geordneten oder bestenfalls leeren Raum machen. Sie tollen herum und freuen sich an dem Platz. Keine Überforderung, keine Überreizung. Das dürfen auch wir so machen und es einfach genießen.

Denn Unordnung kann uns mental belasten. Wenn das Zeug weg ist, ist auch im Kopf wieder alles etwas aufgeräumter und wir haben mehr Zeit und Motivation, unser Leben zu gestalten. So zu gestalten wie wir jetzt leben wollen. Nichts von früher übernehmen. Wenn wir uns von Gegenständen trennen, die wir gar nicht mehr benutzen, auch wenn sie uns früher vielleicht gut gedient haben, hilft es uns, unseren jetzigen Lebensabschnitt besser anzunehmen. Genauso wie unsere anderen Umstände, auf die wir oft keinen Einfluss haben. Ob wir gerade von zu Hause ausziehen, Familie gründen oder in Rente gehen. In jedem Abschnitt haben andere Dinge in unserem Leben Platz, auch in unserer Wohung. Wir verändern uns. Es wäre nicht gut, wenn alles gleich bleibt. Wir sollten nicht hängen bleiben. Und das geht nicht von alleine. Wir müssen uns darauf einlassen und uns entscheiden unseren jetztigen Lebensabschnitt voll bzw. mit so wenig wie nötig auszukosten.

Und noch ein anderer Punkt spielt für uns eine wichtige Rolle. Vielleicht habt ihr es schon erkannt. Die Überschrift spielt auf einen Bibelvers an. Da sagt Jesus zu einem Mann, der ihn um Rat bittet:

Eins fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach.“ Markus, 10,21- Die Bibel

Wir glauben, dass es gut ist, uns nachdem zu richten, was in der Bibel steht. Wir nehmen das ernst. Wir deuten das so: Wir sollen alles verkaufen oder verschenken, was wir nicht brauchen. Wir sollen damit anderen helfen, die die Dinge besser gebrauchen können. Dafür bekommen wir einen Schatz im Himmel. Ich glaube, ein Stück vom Himmel können wir auch schon hier auf der Erde erleben. Persönlich, in unserem Leben will Gott uns beschenken. Wir entleeren unser Leben, damit Gott diesen Raum einnehmen kann. Und dann – erst dann – sollen wir ihm nachfolgen. Erst dann sind wir in der Lage seinen Willen zu tun. Mit ganzem Herzen zu dienen, zu beten, zu lieben, dankbar zu sein, zu lernen und weiterzukommen.

Während wir uns teils schweren Herzens von den Sachen trennen und sie weiterverschenken, bekommen wir gleich zwei Angebote für Kinderkleidung in der jetzigen Größe der Kinder. Im Geben liegt wahrhaftig ein Segen. Darauf können wir wirklich vertrauen und so wird das „sich Trennen“ von etwas noch viel leichter, weil wir wissen dürfen, dass wir immer alles bekommen, was wir wirklich brauchen. Da dürfen wir auf Gottes Güte vertrauen.

Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.“ (Niko Paech)

Wie erlebt ihr das? Seid ihr am Ausmisten? Was macht es mit euch?