Unser Abschied von den „großen“ sozialen Medien

Unser Abschied von den „großen“ sozialen Medien

13. Januar 2021 3 Von mamalangsam

Lange haben wir überlegt und nun sind wir diesen Schritt gegangen. In den letzten Monaten haben wir zwar viele Mitleser über Facebook gewonnen, aber wir haben uns trotzdem dazu entschieden, uns dort abzumelden. Wir hoffen, dass ihr Leser von dort uns trotzdem erhalten bleibt, denn wir freuen uns sehr über die steigenden Besucherzahlen. Nun möchten wir unsere Beweggründe zu unserem Entschluss mit euch teilen:

Soziale Medien schaffen eine Abhängigkeit, die nicht nur gut ist, das würden vermutlich die meisten Menschen unterschreiben. Es kann süchtig machen, immer wieder online zu gehen und nach den neusten Posts zu schauen. Wir können die Balance zwischen der realen und der virtuellen Welt verlieren. Und wir geraten in Gefahr uns ständig mit den Posts anderer zu vergleichen, obwohl wir gar nicht wissen wie real die sich eigentlich darstellen. Aber all das können wir mit ein bisschen Disziplin und Menschenverstand vermutlich halbwegs in den Griff bekommen. Ein weiterer Aspekt in Bezug auf Abhängigkeit ist jedoch nicht zu unterschätzen:

Vor kurzem sahen wir den Film „The Social Dilemma“. In dem Film berichten ehemalige Mitarbeiter von Twitter, Facebook und Co kritisch über diese Netzwerke. Die Kunden, die es nutzen, werden als ihre Ware angesehen, denn mit deren Daten verdienen sie viel Geld. Alles wird protokolliert: Wo man draufklickt, welche Suchbegriffe man eingibt und wielange man sich etwas ansieht und natürlich alle Daten, die man freiwillig preisgibt. Künstliche Intelligenz wird dazu benutzt, gezielt Nachrichten und Werbung einzusetzen, um die Nutzer online zu halten und zu beeinflussen. Werbung ist längst nicht nur auf Kaufprodukte bezogen, sondern auch auf politische Einstellungen etc.. Das ganze Denken und Weltbild der Nutzer kann davon beeinflusst werden, wenn jeder nur noch über seine Social Media-Blase informiert wird. Darin liegt vermutlich eine Gefahr, die völlig unterschätzt wird. Die Folgen davon kann man heute schon beobachten, werden aber kaum damit in Verbindung gebracht.

Wenn man das alles realisiert hat, stellt sich die Frage wie man damit umgeht. Die Transparenz und der Umgang mit Datenschutz wird vermutlich nicht besser werden. Soll man also weiter mit dem Strom schwimmen und hoffen, dass jemand anders den Stecker zieht? Für uns ist das keine Option und wir möchten das Spiel nicht weiter mitspielen. Facebook und Whats app sind nun Vergangenheit für uns.

Und ja, wir sind uns bewusst, dass vermutlich Kontakte abbrechen werden. Manche werden mit Unverständnis reagieren. Und vermutlich müssen wir mehr Zeit ins kontaktieren investieren. Aber so werden die wenigen Kontakte, die wir uns leisten können, hoffentlich intensiver und wertvoller werden. Das ist unsere Hoffnung dabei. Und wir hoffen natürlich, dass immer mehr Menschen diesen Schritt wagen und Alternativen ausprobieren. Denn die gibt es: kleine Dienste und regionale Vernetzungen. Dazu wann anders vielleicht mehr.

Wo steht ihr in dieser Sache? Welche Dienste nutzt ihr oder welche vielleicht auch nicht mehr?