Homeschooling mal anders

Homeschooling mal anders

10. Februar 2021 1 Von mamalangsam

Pädagogische Angebote von außen entfallen gerade wegen des Lockdowns und wir Eltern sind gefragt. Kinder müssen lesen, schreiben und rechnen lernen, aber ich vermute nicht alle Kinder haben Freude daran Arbeitsblätter auszufüllen, sich durch Lern-Apps zu klicken oder per Video zu Sport und Kunst ermutigen zu lassen. Leider gibt es von außen sehr wenig Ratschläge für uns Eltern, wie man die Kinder auch anders – spielerischer und lebensnaher – im Lernen unterstützen kann. Das liegt traurigerweise vermutlich daran, dass erwartet wird, dass die Eltern dafür eh keine Zeit haben und die Kinder auf sich selbst gestellt sind. Ab einem gewissen Alter sollten sie ja auch selbstständig lernen, aber im Vorschul- und Grundschulalter kann man sie da schon ein wenig an die Hand nehmen und zusammen macht`s einfach mehr Spaß. Also möchten wir uns selbst was einfallen lassen.

Aber wie können wir die Kinder zum Lesen, Schreiben und Rechnen motivieren? Was Kinder von ganz alleine gerne tun ist spielen. Unsere Kids können sich Gott sei Dank stundenlang in irgendwelche Rollenspiele vertiefen. Da dürfen und sollten wir Eltern gar nicht stören. Also müssen Ideen her, wie wir uns da ab und zu mit Buchstaben und Zahlen einklinken können. Hier stellen wir euch ein paar Aktionen vor, die wir machen bzw. noch vor haben zu machen. Sicherlich funktioniert nicht alles davon bei allen Kindern gleich gut, denn jedes ist ja anders. Bei manchem muss man vielleicht auch mehrere Anläufe starten. Nur mit Druck sollte man nie vorgehen, sonst verlieren die Kinder die Lust am Lernen. Und wenn sie keine Motivation haben, dann lernen sie auch nichts.

Unsere Lernspielideen fürs Rechnen, Schreiben und Lesen:

1. Wir haben „Briefkästen“ aus Papier gebastelt und je einen an die Kinderzimmer und Küchentür gehängt. So schreiben wir uns täglich Nachrichten, wie „Guten Morgen, hast du gut geschlafen?“ oder „Heute backen wir einen Kuchen.“. Wenn Papa oder Oma mal eine Nachricht hinterlassen, ist es natürlich noch spannender. Echte Briefe per Post sind natürlich auch super.

2. Wir schreiben einen Essensplan und hängen ihn gut sichtbar auf. Kinder sind ja meistens sehr neugierig darauf, was es denn zu essen gibt und so müssen sie es selber lesen. Wir schreiben auch immer den Nachtisch dazu, das ist ja meist noch wichtiger.

3. Bei uns kleben des öfteren Botschaften der lieben Nachbarin an den Stufen im Treppenhaus oder der Wand oder ein Rechenrätsel, bei welchem die Lösungen im ganzen Haus versteckt sind und nun an den richtigen Stellen im Rätsel aufgeklebt werden müssen. Das ganze haben wir dann auch nochmal für draußen gemacht. So macht Mathe gleich viel mehr Spaß!

4. Wir veranstalten eine Art Schatzsuche, bei der man einen Zahlencode herausfinden muss. Verschiedene Fragen werden formuliert, die die Kinder selbst lesen müssen, wie z.B.: „Wieviele Türen gibt es im Keller?“ „Wieviele Fenster hat das gesamte Haus?“ oder „Welche Zahl steht auf dem Straßenschild?“. Aus den ganzen Zahlen stellen wir eine altersgerechte Rechnung zusammen und bei richtigem Ergebnis gibt`s eine Belohnung.

5. Wir spielen einkaufen und basteln Geld und Preisschilder dafür (es gibt tolle Vorlagen dazu im Internet). Eine Spielmöglichkeit wäre, dass die Kinder ein bestimmtes Budget an Spielgeld bekommen und dafür eine Einkaufsliste abarbeiten müssen, die sie wiederum ablesen müssen.

Unsere Lernspielideen für die „Nebenfächer“:

Und nicht nur Schule entfällt ja, sondern auch sonstige Aktivitäten wie Sportkurse, Musikschule und kirchliche Kindergruppen in denen sie etwas lernen. All das müssen bzw. möchten wir nun irgendwie ersetzen.

Sachkunde

6. Der Inhalt von Sachkunde erschließt sich eigentlich von selbst, wenn man offen und neugierig durch die Welt und vorallem die Natur geht. Wie schonmal erwähnt dreht es sich da bei uns gerade alles um Vögel. Wenn man die Kids da mit einem Fernglas, Vogelfutter und einem Lexikon ausstattet, sind sie von selber motiviert zu lernen und stellen Fragen über Fragen, bei denen selbst die Eltern noch was lernen können.

Musik

7. Wir sind ein Musikerhaushalt, aber das Instrument lernen mit Lehrbuch funktioniert irgendwie (noch) nicht. Wir machen also Musiksessions und jeder schnappt sich ein Instrument und spielt wild und schief drauflos. Die eine überlegt sich einen Helge Schneider-mäßigen Quatschtext am Mikrofon, der andere spielt Schlagzeug auf Trommeln und Xylophon und der Kleine schlägt in die Saiten. Learning by doing. Noten lernen sie so zwar nicht, aber Rhythmusgefühl und Freude an der Musik, was meiner Erfahrung nach noch viel wichtiger ist. Für die Elterm reicht es aus, wenn man zwei Akkorde spielt, um dem ganzen einen Rahmen zu geben.

Kunst

8. Mädchen sind da ja meist von sich aus gut dabei, bei Jungs wirds da schon schwieriger. Einfach nur malen ist irgendwie langweilig. Da ist es dann schon cooler, eine wilde Lavalandschaft für die Dinos aus alten Kartons und Pappe oder was auch immer zu basteln oder den Weltraum nachzustellen.

Religion

9. Für uns als Christen natürlich ein sehr wichtiger Punkt, wobei wir nicht das Fach an sich behandeln, sondern versuchen ihnen eher den Glauben näher zu bringen. Gott spielt in unserem Leben generell eine große Rolle, dennoch hilft es, wenn man sich da auch gezielt für Zeit mit den Kindern nimmt. Wir haben ein Andachtsbuch für Kinder, welches wir morgens beim Frühstück lesen und besprechen und gemeinsam beten. Einmal in der Woche gibt`s dann eine ausführliche „Kinderstunde“ mit biblischer Geschichte und Lobpreis.

Bewegung und Sport

10. Auch da muss man eigentlich nichts zu schreiben. Jeder weiss, wie wichtig Bewegung ist. Wir sollten darauf achten, täglich rauszugehen und uns zu bewegen, z.B. Fußball spielen auf dem Bolzplatz, Fahrradfahren oder einfach nur laufen. Und klar gibts auch so Mitmach-Sendungen wie „Alba Berlin“, aber da ist es erfahrungsgemäß spannender für die Kinder, wenn Mama die Übungen vormacht und die Kinder einfach mitmachen dürfen. Am Ende noch eine Runde Entspannungsmusik im Liegen und schon geht das Einschlafen schneller.

Wie macht ihr das mit euren Kindern? Falls ihr noch mehr Ideen habt, schreibt gerne in die Kommentare!