Mama Survival: Ab heute Powerfrau!

Mama Survival: Ab heute Powerfrau!

19. Juni 2021 2 Von mamalangsam

Sicherlich habe ich manches zu diesem Thema bereits auf diesem Blog erwähnt. Manche Situationen kommen aber eben immer wieder, vielleicht nicht genau gleich, aber doch ähnlich. Und ich stehe immer wieder überfordert vor solchen, ratlos sie zu bewältigen. Ich brauche eine Strategie und wenn ich nur die vom letzten Mal hervorhole und etwas anpasse. Und wenn ich sie oft genug wiederhole, geht sie mir vielleicht endlich in Fleisch und Blut über. Also setze ich mich erstmal hin und schreibe und lasse euch ein wenig an meinen Gedanken teilhaben.

Ich weiss ja nicht, wie es euch so geht, aber uns hat der Alltag mit all seinem Stress bereits seit geraumer Zeit wieder eingeholt. An die Eintönigkeit des Lockdowns können wir uns kaum noch erinnern. Aber nun auf den Pauseknopf zu drücken ist keine Option. Denn wir haben positiven Stress, der uns und unsere Kinder eher beflügelt als bremst. Also versuchen wir so gut es geht mit dem Flow mitzumachen, zu reagieren und zu unterstützen. Wir merken, dass wir mit unseren Kindern in einer neuen Phase ankommen. Sie fordern anders als sie es als Kleinkinder taten und das ist auch ihr gutes Recht. Sie entdecken Hobbies, knüpfen neue Freundschaften und möchten viel unterwegs sein, am liebsten alleine. Das geht aber natürlich noch nicht immer, also fahren oder laufen wir täglich von A nach B und C und D mit Kind 1,2 und 3. Ich weiss nicht, wieviele Kilometer wir alle täglich zurücklegen, aber es werden schon so einige sein. Und dann das Wetter! Es ist zu heiß – zumindest für mich. Doch die Kinder wollen raus, am besten dahin wo es nass ist – wie auch immer wir das anstellen.

Für mich als Mutter komme ich an meine Grenzen, denn ich bin keine „Powerfrau“. Gerne lege ich die Füße hoch, lasse Dreck Dreck sein, halte Mittagspause, trinke Kaffee und lebe in den Tag. Aber ich muss feststellen, es funktioniert so – im Moment – nicht. Ich muss jetzt einfach durchpowern und dem Tempo standhalten. Also beschließe ich, einzuüben, über meine Grenzen zu gehen. Ohne Streben nach Perfektion, dafür aber unter meinen Bedingungen, die mich durchhalten lassen und in denen ich Kraft tanken kann. Und immer mit dem scannenden Blick, der alles abspeichert, was verbesserungs- oder erziehungswürdig ist, denn das muss festgehalten werden. Darüber nachdenken kann ich später, jetzt wird funktioniert! Ich bin jetzt bis zu den Sommerferien eine Powerfrau, danach kann ich immer noch chillen und nachsinnen! Und vielleicht habe ich zwischendurch ja doch mal Zeit für einen Kaffee und fürs Füße hochlegen.

Hier ein paar Survivaltipps an all die tapferen Mamas!

1. Fit sein. Nachdem ich mich Anfang des Jahres hochmotiviert dem Joggen widmen wollte, machten wir schlimme Rückenprobleme einen Strich durch die Rechnung. Nun mache ich regelmäßiges Workout per Youtube und fühle mich damit grandios. Auch Intervallfasten hilft mir. Von 18/19 Uhr abends bis 9 Uhr morgens wird (meistens) nichts mehr gegessen.

2. Erkennen, zu welcher Tageszeit man was am produktivsten abhandelt. Ich versuche den Haushalt abends zu erledigen, sodass morgens alles fliesst. Vormittags kann ich dann die „Denk“- Arbeit machen: Geburtstage planen, Playdates organisieren, Schreibarbeit, Besorgungen…

3. detailierte Planung, aber nur in kleinen Abständen: Was muss fürs Nachmittagsprogramm vorbereitet werden? Was muss heute abend noch dringend erledigt werden? Als Listenjunkie, habe ich teils Todo-Listen für alle Tageszeiten. Alles wird kalkuliert, auch die Pausen und Kraftquellen für jedes Familienmitglied. Wer sagt, dass Mütter multitasking-fähig sind bzw. sein sollen? Kann man das lernen? Ich erledige lieber alles zügig der Reihe nach, als mich zu verzetteln.

4. Jeder kleinste Gedanke der kommt, sei es kreativer Art, sei es ein Todo-Punkt, etwas worüber ich nachdenken will oder worüber eine Entscheidung zu treffen ist oder sonst etwas, was ich nicht vergessen will, wird notiert. Alles, ohne Ausnahme. Mir hilft es total, denn ich vergesse sehr, sehr viel.

– Die Sonnencreme ist bald leer, Kind hat Beinschmerzen (morgen nachfragen), mein Hausschuh ist voller Pippi …(kein Kommentar), Kinder wünschen sich ein größeres Planschbecken (nachdenken, ob wir das „klimamäßig“ verantworten können….), Kinderkopf ausmessen (Kappe ist zu klein), Erziehungstipps einholen zum Thema „Trödeln“ und mit Kind Uhrzeit lesen üben…, Tierheime weiter abklappern wegen Partner für „Möhre“ usw… –

Habt ihr auch solche Listen oder bin ich der totale Kontrollfreak?

Und wie immer: wir können Gott um Kraft, Gelassenheit und Gelingen bitten. Er wird es uns geben und uns mit guten Momenten zwischendurch, wie einem beruhigenden Waldspaziergang, einem guten Gespräch, oder einem Gefühl der Freude über unsere Kinder beschenken und aufrichten.

Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Matthäus 11,28

Und wie geht ihr mit dem Alltagsstress um? Decke über den Kopf ziehen oder Augen auf und durch?