Keine Chance dem Drama – es war gut!

Keine Chance dem Drama – es war gut!

27. Mai 2022 0 Von mamalangsam

Macht ihr gerne Tagesausflüge mit euren Kindern? Eine befreundete Familie hat sich ein Jahresabo für einen Freizeitpark gekauft. Bei der Info zuckte ich innerlich zusammen, denn entspannend ist so ein Ausflug ja meist nicht. Aber sowas definiert ja auch jeder anders und die Rahmenbedingungen sind nun auch nicht immer gleich. Unseren Freizeitpark-Ausflug für dieses Jahr haben wir schon hinter uns und ein Event am Himmelfahrtstag stand an. Ich musste mich allerdings alleine mit den Kids auf den Weg machen, da Papa Langsam krank im Bett lag. Mittlerweile traue ich mir so etwas zu, früher als die Kinder noch kleiner waren, hätte ich das nicht alleine gemacht. Wir sind mit der Bahn zu einem großen Fest gefahren, eine befreundete Bibelschule veranstaltete ihren Freundestag etwa eine Zugstunde entfernt. In den frühen Morgenstunden machten wir uns also gut gelaunt auf den Weg und hatten dort eine super-gute Zeit. Wir vermissten Papa zwar, aber „gebraucht“ haben wir ihn in dem Sinne nun nicht ;).

Der Ort an dem wir waren, ist einer unserer Lieblingsorte. Eine andere Mama, die ich dort kennenlernte, meinte so: „Wenn man hier durchs Eingangstor kommt, ist einfach Frieden.“ Das trifft es genau. Es ist so friedlich dort. Es ist unglaublich schön, aufzunehmen, wie authentisch und überzeugend die Leute dort ihren Glauben leben, davon sprechen und lehren. Wir – und auch die Kinder – saugen es nur so auf. Aber genug geschwärmt. Es war ein belebendes, intensives Treffen dort und irgendwann mussten wir die Rückreise antreten.

Und das ist der Knackpunkt, an dem es meist kritisch wird und das Drama seinen Lauf nimmt. Ich will gehen und mindestens ein Kind nicht. Muss aber. Es scheint vorbei zu sein mit dem Frieden. Am Bahnhof angekommen hat der Zug Verspätung, darauf folgten 1 ½ Stunden warten am Bahnsteig. Das war ein Spaß (Ironie). Die Kinder gruben den halben Bahnsteig mit ihren Händen um und wir unterhielten uns mit angetrunkenen Herrschaften, die Vatertags-Wandern celebrierten. (Wie soll ich Kind 2 erklären, warum ein erwachsener, kultivierter aber betrunkener Mann, über eine Absperrung klettert um dort aus einem Loch Bierdosen zu sammeln, nachdem ich es dem Kind vorher verboten hatte?) Anschließend quetschten wir uns in die völlig überfüllte Bahn mit noch mehr Wanderern dieser Art. Die Stimmung tobt, vorallem bei meinen Kindern. Alle wollen ans Fenster und vorwärts fahren. Wo ist Papa???? Weitere kleine Dramen spielen sich ab, wobei sich ab einem gewissen Punkt alles immer schlimmer anfühlt als es ist und auch meine Stimme immer schärfer wird. Zu Hause stecke ich alle schnell ins Bett. Licht aus, Decke übern Kopf!

Am nächsten Tag denke ich mir: Kann doch nicht sein, dass so ein guter Tag so überschattet wird.

Beim nächsten Mal will ich vorbereiteter sein. Auf die Dramen, auf Verspätung, auf Hunger, auf Durst, auf überforderte Kinder, auf meine Überforderung, auf überfüllte Züge mit Feiernden und auf die guten Worte der Predigten, die ich mir hätte notieren sollen, bevor ich sie im Trubel noch vergesse… denn eigentlich war es ein guter Tag. Ja ich bleib dabei, sch*** auf Drama, es war GUT!