Immer weiter…

Immer weiter…

15. November 2022 2 Von mamalangsam

Seit unserem letzten Beitrag sind schon wieder zwei Monate vergangen. Zur Zeit gibt es aber nicht das eine Ereignis oder Thema über das wir schreiben möchten, dafür ist gerade viel zu vieles noch am Werden. Trotzdem möchten wir euch ein paar Einblicke schenken.

In unsicheren Zeiten ist es umso wichtiger ein „sicheres Nest“ zu haben und so ist der Minimalismus-Gedanke nicht mehr ganz so (über-)lebensnotwendig für uns. Wir probieren wieder etwas mehr Gemütlichkeit aus, besorgen Teppiche, Vorhänge, Kerzen, Bücher und sorgen vor. Es ist nun nicht mehr so, dass die Kindersachen soviel Raum einnehmen, dass man gar nicht anders möchte, als sich selber
einzuschränken, weil man sonst kaum mehr Raum zum Atmen hat. Ausserdem werden die Kinder größer und wir merken, wie sich unsere Interessen immer mehr angleichen und wir gemeinsam Gegenstände verwenden. Eine (viel zu große) alte Anlage fand wieder Einzug vom Dachboden in die Wohnung und wir hören nun gemeinsam (laute) Musik. Es ist schön, einfach mal wieder eine CD über große Boxen anzuhören – fühlt sich voll „Retro“ an. Apropo CD! Diesen Beitrag habe ich unter anderem „Immer weiter“ genannt, weil mir nichts einfiel – ja echt jetzt – aber das gleichnamige Album von Lars Peter läuft bei mir zur Zeit rauf und runter und das möchte ich euch an dieser Stelle noch empfehlen, denn es ist einfach schön und sehr erfrischend. https://www.youtube.com/watch?v=tMGHvC05O38

Dann gibt es etwas, was ich eigentlich gar nicht preis geben möchte, aber ich bin gerade ziemlich begeistert davon, sodass ich es nicht für mich behalten kann! Ich habe eine Fernbibelschule begonnen und studiere nun einige Stunden wöchentlich die Bibel. Das heisst, ich höre Vorträge, schreibe seitenweise mit, lese nach und beantworte textgerichtete Aufgaben die dann „bewertet“ werden. Das zielt nicht auf eine berufliche Tätigkeit ab, sondern auf die persönliche Reifung im Glauben hin. Es tut so gut, mal so was ganz anderes zu machen und vorallem neues zu lernen. Und natürlich dabei diesem unglaublich genialen Gott näher zu kommen und die Veränderung, die das bringt zu erleben. Was ich sagen will: Lernt immer mal wieder etwas neues! Am besten natürlich etwas, dass euch und anderen nützt, sei es aus der Bibel, stricken oder eine andere Sprache…

Dann staune ich immer wieder über die kleinen, guten Begebenheiten, die einfach so ganz natürlich im Alltag passieren. Für die wir nichts planen oder tun. Die leicht fallen. Da sind die ukrainischen Mitbewohner, die ganz unauffällig hier mit uns leben oder die vielen geflüchteten Familien die wir täglich in der Nachbarschaft treffen, weil sie hier ganz nah untergebracht sind. Ich bin froh, dass wir die Leute direkt hier haben, denn wenn wir am anderen Ende der Stadt wohnen würden, würden wir vielleicht denken, wir müssten da eigentlich hin um zu helfen, aber wir würden es zeitlich nicht schaffen. So treffen wir sie ganz selbstverständlich – man kennt sich, man redet, man teilt…Ich bin Gott immer sehr dankbar, wenn er mir einfache Aufgaben so direkt vor die Füße legt und es leicht fällt zu
handeln. Wenn man sich etwas aus den Fingern saugt, Hauptsache um zu helfen, ist das ja nicht immer richtig. Aber so macht es sogar noch richtig Spaß, denn es kostet nicht viel und man kann nicht viel
falsch machen. Das soll natürlich nicht heißen, dass man nicht auch mehr geben kann, als man denkt, aber ich vermute, hier lesen vorallem vielbeschäftigte Mamas mit und da hat man einfach nicht so viele
Kapazitäten frei.

Da war zum Beispiel das kurze Gespräch nach dem Kindergarten, bei dem ich mich mit einer afrikanischen Mami zum Laternenumzug verabrede, zu dem wir sowieso wollten und sie mir kurz von ihrem Leben erzählt. Oder ich erfahre bei einer anderen zufälligen Begegnung, dass eine Mama in Trauer um ihre Schwester, die im Heimatland starb, versinkt. Ich habe keine Zeit sie zu besuchen, aber eine kurze Textnachricht und ein kurzes Gebet, was hoffentlich Trost schenkt, kann ich geben. Und am
einfachsten ist es natürlich, wenn man die Geflüchteten schon so gut kennt, dass sie einfach vorbeikommen. In unserem Fall sind es zwei Geschwister, die des öfteren hier die Nachmittage verbringen. Ob man 3 oder 5 Kinder versorgt, macht da ja keine Mehrarbeit, im Gegenteil – oft ist es bereichernd für alle. Und als dann beim dritten Besuch, die zu Beginn etwas zurückhaltende 4-Jährige beim Spaziergang meine Hand ergreift, ist das einfach ein himmlischer Moment, das kann man einfach nicht leugnen :). Also Augen auf, Türen auf – nicht mehr und nicht weniger. Win-Win!

Soweit ein kleiner, ausgewählter Blick in unser Leben. Wir wünschen euch ebenso viele schöne Momente mit euren Lieben sowie den Fremden und vorallem bitten wir das Gott seinen reichen Segen auf das alles legt, denn ohne diesen, ist alles nur „ein Haschen nach dem Wind“. Enden möchte ich mit einem Liedtext, den ich vor kurzem geschrieben habe. Da geht es darum, das Gott treu und verlässlich und immer bei uns ist.

Du sprichst und es geschieht
Du tust und es gelingt
Du liebst bedingungslos
Du bist treu für immer
Du weißt was ist was war
Und du weißt auch was noch kommt
Du hälst die Welt in deiner Hand
Du bist treu für immer
Du bleibst an meiner Seite, auch wenn ich zweifel
Du bleibst und bereitest den Weg, den du mit mir gehst
Fest wie ein Fels
Stark wie ein Sturm
Pflegst du deinen Plan
Und hälst dich daran
Darauf will ich baun
mich nicht mehr umschaun
Dir folgen auf ewig
Du herrlicher König